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Frauenempowerment in Entwicklungsländern – helfen wir richtig?

Prof. Dr. h.c. Christa Randzio-Plath, Vorsitzende Marie-Schlei-Verein, Kooperationsveranstaltung 16. März 2018 Bonn, Volkshochschule /Marie-Schlei-Verein und Südwind

Armut und Ungleichheit sind sexistisch.

Aktuelle Erhebungen von UN-Women belegen: Weltweit leben 122 Frauen im Alter von 25 bis 34 Jahren in extremer Armut, also von weniger als 1,55 € am Tag, verglichen mit 100 Männern derselben Altersgruppe. Weltweit sind nur 13% der Personen, die Agrarflächen besitzen, Frauen. Frauen leisten 2,6-mal so viel unbezahlte Sorge- und Hausarbeit wie Männer. Die globalen geschlechtsbedingten Entgeltunterschiede belaufen sich auf 23 Prozent. In ländlichen Gegenden erreicht die Lohnlücke sogar bis zu 40 Prozent. Selbst 70% der working poor sind Frauen. Viele haben nur eine Mahlzeit am Tag.

Diese Frauenarmut zu bekämpfen ist ein Anliegen vom Marie-Schlei-Verein, das über  Geschlechtergerechtigkeit hinausgeht. Denn: Frauen investieren einen größeren Anteil ihrer Einkünfte in ihre Familien, als Männer dies tun. Ökonomisches Empowerment von Frauen kann somit Effekte erzielen, die weit über die individuelle Stärkung von Frauen hinausgeht. Hätten Frauen in ländlichen Regionen dieselben Ressourcen wie Männer, so würden jährlich 150 Millionen Menschen weniger Hunger leiden. Wenn wir Armut überwinden wollen, wie es die UN-Agenda 2030 zum ehrgeizigen Ziel hat, müssen wir anerkennen, dass Armut nicht nur ein weibliches Gesicht hat, sondern schlicht sexistisch ist.

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